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Offenbarungsreligionen


CC-BY  Francesco Ficicchia Nachschlagen

»Offenbarung« (lat. revelatio = »enthüllen«) ist die Bezeichnung für die Eingebung und Verkündigung göttlicher Wahrheiten.

»Offenbarungsreligionen« sind somit solche, die sich explizit auf göttliche und prophetische Mitteilungen, Eingebungen, Weisungen oder Visionen berufen. Als solche gelten das siehe Judentum, das siehe Christentum, der siehe Islam und das Bahá’ítum (siehe Bahai), die im Besitze einer heiligen und verbindlichen Schrift (siehe Bibel, siehe Koran und siehe Kitab-i-Aqdas) sind. Offenbarungsreligionen sind also immer auch Buchreligionen, in denen Gottes Weisungen für die Menschen enthalten sind. Da die genannten Religionsgemeinschaften sich auf einen einzigen Gott berufen, werden sie auch »monotheistische Religionen« genannt (siehe Monotheismus = Glaube an nur einen Gott). Aufgrund ihrer geographischen Herkunft (Vorderer Orient) ist in Abgrenzung zu den östlichen Weisheitslehren (Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus) auch die Bezeichnung »westliche Religionen« üblich.

Für Judentum, Christentum, Islam und Bahá’ítum ergibt sich also folgende gemeinsame Gleichsetzung:

Offenbarungsreligionen / Buchreligionen / monotheistische Religionen / westliche Religionen.

Einen anderen Typus verkörpern die östlichen Lehren: siehe Hinduismus, siehe Buddhismus, siehe Konfuzianismus und siehe Taoismus. Sie sind nicht Offenbarungsreligionen im Sinne einer einheitlichen göttlichen Mitteilung, sondern Systeme, die unterschiedliche Glaubensauffassungen und Lehren in sich vereinigen (Hinduismus) oder solche, die sich ausdrücklich auf keine überirdische Macht (Gott) und damit auch auf keine höhere Offenbarung berufen (Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus).

siehe Buchreligion, siehe Buch und Gesetz (Islam)