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Vatikanstadt


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Bild Die Vatikanstadt ist der kleinste von der UNO anerkannte Staat der Welt. Es ist das Territorium des Heiligen Stuhls, der einerseits den Sitz des Papstes als des Bischofs von Rom bildet und andererseits die Zentralregierung der katholischen Kirche darstellt.

Der Name »Vatikanstadt« leitet sich von dem am rechten Tiberufer gelegenen Hügel »Vaticano« ab. Nach der Überlieferung wurde hier der Apostel Petrus als erster Bischof von Rom nach seinem Märtyrertod beerdigt. Unter Kaiser Konstantin (um 280-337) wurden auf dem Vatikan-Hügel zu Ehren des Petrus eine erste Kirche und für die Päpste eine erste Residenz erbaut. Die größte Ausdehnung erfuhr die Vatikanstadt zu Beginn des 16. Jahrhunderts.

Heute liegt das Staatsgebiet der Vatikanstadt inmitten der Stadt Rom. Erst durch die Lateranverträge von 1929 wurden die Grenzen und die staatliche Souveränität des Papstes von Italien anerkannt. Dadurch ist der Papst als Bischof von Rom und Oberhaupt der katholischen Kirche nicht Untertan eines anderen Staates, sondern besitzt vielmehr alle gesetzgebende, vollziehende und richterliche Gewalt in seinem Staat.

Das Territorium des Staates umfasst unter anderem den Petersplatz und den Petersdom, den Palast des Papstes mit Amtsräumen für die Verwaltung der katholischen Kirche, die Kurie, sowie die Vatikanischen Museen und die Vatikanischen Gärten. Auf italienischem Territorium zählen einige Kirchen, Paläste und Besitzungen in Rom, wie die Basiliken Santa Maria Maggiore, San Paolo und der Lateran sowie die päpstliche Sommerresidenz von Castel Gandolfo am Albaner See, zum Besitz der Vatikanstadt.

Zu den rund 500 Staatsbürgern des Vatikans kommen weitere 460 Bewohner ohne Bürgerrechte und rund 1600 Angestellte hinzu, durch die der Betrieb des Kleinstaates mit eigenem Bahnhof, Post und Gesundheitswesen, einem eigenen Rundfunksender und der vatikanischen Tageszeitung »Osservatore Romano«, sowie die Verwaltung der Weltkirche gesichert werden.

Für die Regierung der römisch-katholischen Kirche sind die Organe der Römischen Kurie bestimmt. Die Kongregationen (Ministerien), Tribunale, Räte, Büros, Kommissionen und Komitees werden von Kardinälen oder Erzbischöfen geleitet. Staatsoberhaupt war von 1978 bis 2005 der 264. Bischof von Rom, Papst Johannes Paul II.. Am 19. April 2005 wurde der aus Deutschland stammende Kardinal Joseph Ratzinger, nach inoffizieller Zählung, zum 265. Papst und Staatsoberhaupt gewählt.

siehe Apostolischer Stuhl