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Mandylion von Edessa


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Das Mandylion von Edessa ist ein Schweißtuch mit dem Abdruck des Gesichtes Christi. Es ist benannt nach dem Fürsten Abgar V. Ukkama (der Schwarze) von Edessa (9-46 n. Chr.).

Eusebios von Kaisareia berichtet in seiner Kirchengeschichte, dass der leprakranke Fürst (siehe Lepra) mit einer Botschaft Jesus um Hilfe bat und Jesus in einem Antwortschreiben versprach, Abgar einen Jünger zu senden. Nach der Himmelfahrt Christi soll der Jünger Thaddäus nach Edessa gesandt worden sein. Apokryphen Schriften zufolge gesundete Abgar, nachdem der Bote mit einem Tuch (Mandylion), auf dem das Gesicht des Heilands zu sehen war, den Fürsten berührt hatte. Das Mandylion soll auch einen Abdruck auf einem Brandziegel hinterlassen haben, der fortan als »hl. Ziegel« verehrt wurde.

Es wird weiters berichtet, dass das Mandylion im Jahre 544 während einer Belagerung durch die Perser am Stadttor angebracht wurde und Edessa vor der Einnahme durch die feindlichen Krieger bewahrte. 944 oder 968 wurde die Reliquie von Edessa nach Konstantinopel gebracht und blieb dort bis zur Plünderung durch die Kreuzfahrer im Jahre 1204.

Später beanspruchten Rom, Genua und Paris den Besitz des echten Abgarbildes für sich. Ikonen mit Darstellungen des Abgar zeigen das Haupt Christi in Frontalansicht, ohne Halsansatz, mit beidseits in mehreren Flechten bis auf die Schultern fallendem Haupthaar. Bei älteren Exemplaren läuft der Bart in zwei Spitzen aus, bei späteren Kopien nur in einer Spitze.

Die Abgarbilder spielten eine große Rolle in der Ikonenkunst der Ostkirche. Einige werden den Acheiropoieta zugeordnet. Das Schweißtuch der Veronika, wurde erst im 15. Jh. mit dem Kreuzweg in Verbindung gebracht und Jesus auf Darstellungen dieses Motivs mit der Dornenkrone wiedergegeben. Vor dem 15. Jh. ist Jesus auf Darstellungen des Schweißtuchs der Veronika, wie beim Abgarbild, immer ohne Dornenkrone zu sehen.