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Jesus im Islam


CC-BY  Ingo Koll Nachschlagen

Im Islam ist Jesus als „Isa bin Maryam“ (Isa der Sohn Marias) bekannt, oft kurz als »Isa«. Er gilt als einer wichtigsten Propheten, die im Koran genannt werden. Im islamischen Glauben ist er der direkt Vorläufer Mohammeds, der die gleiche Botschaft wie dieser verkündet haben soll.

Im Koran wird über Isa berichtet:

  • er wurde nicht gezeugt, sondern im Mutterleib von Allah geschaffen und so von einer Jungfrau geboren
  • er vollbrachte eine Reihe von Wundern
  • er wird „Messias“ genannt (»masih«)
  • er habe den Israeliten eine Schrift gebracht, die »injil« (=Evangelium) hieß
  • er war ein Mensch ohne Sünde mit besonderen Fähigkeiten
  • er starb nicht am Kreuz, vielmehr wurde jemand anders an seiner Stelle gekreuzigt.
  • Jesus wird im Koran mit einer Reihe von ehrenvollen Titeln bedacht:

  • Messias [masih]
  • Sohn der Maria [ibn maryam]
  • Gesandter Gottes [rasul-ullah]
  • Wort Gottes [kalimat-allah]
  • Geist Gottes [ruh-allah]
  • Diener Gottes [abd-allah]
  • Sehr wichtig ist dem Koran, dass Isa nicht Sohn Gottes ist. Dies wird wiederholt mit der Formel ausgedrückt: »Allah hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden« (Sure 112:3). Im Gegenteil wird gesagt, dass jeder, der Isa als Gott verehrt, ins Höllenfeuer kommen wird (Sure 5:72). Hierin wird der christliche Glaube an den dreieinigen Gott abgelehnt, worin Jesus Christus ein Aspekt Gottes ist.

    Nach islamischer Überzeugung wurde das Evangelium, das Gott Isa gegeben hat, später von den Christen verfälscht und ging verloren. Nur im Koran gebe es wahre Geschichten von Jesus.