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Hitler (Machtergreifung)


CC-BY  Jean-Louis Gindt, Paul Dostert Nachschlagen

Adolf HITLER (1889-1945)

Die Machtübernahme

Konservative Politiker, wie z.B. der ehemalige Reichskanzler Franz von Papen, erreichen bei Hindenburg, dass er Hitler zum Reichskanzler einer „national-konservativen“ Regierung ernennt (30. Januar 1933). Bei den Reichstagswahlen im März 1933 erreicht die NSDAP nur 43,9% der Stimmen, obschon seit dem Reichstagsbrand die übrigen Parteien, insbesondere die SPD und die KPD in ihren Rechten stark eingeschränkt wurden.

Am 24. März 1933 verabschieden alle Parteien, mit Ausnahme der SPD und der inzwischen de facto verbotenen KPD, ein Ermächtigungsgesetz, das große Teile der Verfassung außer Kraft setzt. Bereits am 7. April 1933 tritt der Arierparagraph für Beamte in Kraft.

Obschon die katholische Kirche den Nationalsozialismus zwischen 1930 und 1933 vielfach kritisiert, relativiert sie diese Kritik als Hitler mit dem Vatikan Verhandlungen zu einem Reichskonkordat vorschlägt. Am 20. Juli 1933 wird das Reichskonkordat mit der katholischen Kirche unterzeichnet. In der Folgezeit kommt es aber laufend zum Bruch des Konkordats durch den nationalsozialistischen Staat. 1937 erscheint die päpstliche Enzyklika „Mit brennender Sorge“, in der Papst Pius XI. diese Konkordatsbrüche anklagt.

Seit 1932 gibt es die nationalsozialistisch geprägte „Glaubensbewegung Deutsche Christen“. Mit ihrer Hilfe gelingt eine Gleichschaltung von innen heraus. Die protestantischen Landeskirchen werden in der „Reichskirche“ zusammengeschlossen. Die Einführung des „Arierparagraphen“ für protestantische Geistliche und die Ablehnung des Alten Testamentes als „jüdisch“ rufen jedoch den Protest zahlreicher Gläubigen hervor. Aus dem „Pfarrernotbund“ entsteht ab 1934 die „Bekennende Kirche“, die sich als „rechtmäßige evangelische Kirche“ in Deutschland versteht. Sie beruft sich auf ein „kirchliches Notrecht“ als Begründung ihrer Gehorsamsverweigerung.

Im sogenannten Röhm-Putsch (30. Juni 1934) entledigt sich Hitler der Führung der SA (Sturmabteilung) und lässt zahlreiche politische Gegner ermorden. Die SS (Schutzstaffel) unter Heinrich Himmler werden Hitler direkt unterstellt. Die SS wird zum Mordinstrument des „Führers“. Die Gegner der Nationalsozialisten werden ohne Gerichtsverfahren in Konzentrationslagern eingesperrt (1. KZ in Dachau 1933). Schrittweise übernimmt die SS die Kontrolle über die Polizei in den Ländern und im Reich. Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verfolgt alle Gegner des Regimes.

Am 2. August 1934 stirbt Reichspräsident Hindenburg. Hitler vereinigt die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler in seiner Person und führt den Titel „Der Führer und Reichskanzler“ (ab 1943 nur noch „ Der Führer“).

Auf dem Reichsparteitag in Nürnberg werden am 15. September 1935 die „Nürnberger Rassegesetze“ verkündet, die die Juden zu Menschen minderen Rechts stempeln. Damit bekommt das diskriminierende Vorgehen gegen die Juden eine „legale“ Basis. Ziel ist es, die Juden aus Deutschland zu vertreiben.

Ab 1935 wird aufgerüstet und die Wehrmacht aufgebaut. Im März 1936 rücken deutsche Truppen in das entmilitarisierte Rheinland ein. Die Westmächte protestieren zwar, unternehmen aber nichts. Hitler findet Bündnispartner in Italien und Japan. Er unterstützt Franco im Spanischen Bürgerkrieg.

siehe Hitler (Jugendalter)
siehe Hitler (Erster Weltkrieg)
siehe Hitler (Zweiter Weltkrieg)