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Hexenwahn


CC-BY  Credo-Projekt des Athénée de Luxembourg und des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen Nachschlagen

Hexen [ahd. hagezussa, »Zaunreiterin«], sind im Volksglauben weibliche, meist ungewöhnlich häßliche (selten auch verführerisch schöne) Gestalten mit dämonischen Kräften. Der Hexenglaube läßt sich in Westgermanien zu Beginn der Völkerwanderung nachweisen und rührt vermutlich von mütterlichen Gottheiten und frühen Frauenfesten her. Es heisst, dass Hexen auf Besen durch die Luft reiten und sich auf abseits gelegenen Plätzen, z.B. dem Blocksberg (siehe Walpurgisnacht) versammeln. Hexen galten im Volksglauben bis in die Gegenwart als krankheitsverursachende, Vieh- und Wiesenwuchs schädende Zauberinnen.

Kurzgeschichte zum Hexenwahn:

  • Vorchristliche Zeit: Die Wurzeln des Hexenwahns reichen bis in die antike und germanische Mytologie zurück, und gründen in dem Alp- und Vampirglauben (siehe Dämonen). Die Bestrafung für Ausüben des Hexenkults war die Todesstrafe durch Steinigen. Im alten Rom konnte man, nach den Zwölftafeln, böse Magie anwenden. Bei den alten Germanen wurde das Zaubern und hexen mit dem Feuertod bestraft.
  • Frühchristliche Zeit: Vor 800 wurde nach kirchlicher Gesetzgebung Hexerei (Giftmischerei, Wettermachen…) mit Bußen bis zu 7 Jahren bestraft. Die Hexerei wurde bis zum 13. Jahrhundert nur mit kirchlichen Strafen belegt.Damit die frisch bekehrten Germanen nicht wieder zu ihrem alten Dämonenglauben zurückfinden, stritt die Kirche das Bestehen der Hexen ab.
  • Das Mittelalter: Die Zauberei und Hexerei wurde als Ketzerei verboten und mit der päpstlichen Inquisition nahm der Schrecken seinen Lauf. Die ab 1487 unter Papst Innozent VIII. entworfene Hexenbulle »Summis desiderantes affectibus« gibt den freien Befehl zur Hexenverfolgung, und der Hexenwahn beginnt. Frauen die mit dem Hexenkult in Verbindug gebracht wurden und somit auch mit dem Teufel, wurden als Hexen deklariert. Die stattfindenden Hexenprozesse waren sehr ungerecht und schmerzhaft. Während den Seuchenzeiten (Pest), Hungersnöten und Kriegszeiten (30jähriger Krieg) wurden viele unschuldige Menschen als Hexen verbrannt, da sie als Sündenböcke galten. Man glaubte, dass Kriege und Seuchen das Werk der Hexen sein.
  • Ende 17. Jahrhundert: Im 17. und 18. Jahrhundert nehmen die Hexenprozesse merklich ab. Während 1751 A. von Kreittmayr in Bayern die Hexen als Wirklichkeit darstellte, wurde 1721 in Preussen die Hexerei als Fantasie abgestempelt. 1793 wurde in Posen die letzte Hexe Deutschlands verbrannt.