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Synagoge (Baustile)


CC-BY  Pestalozzi-Gymnasium Herne Nachschlagen

Eine eigene Synagogenarchitektur entwickelte sich erst ab dem 2.Jh.. Dabei wurden im Laufe der Zeit verschiedene Stilformen verwandt, welche sich oft an den Sakralbauten der Umgebung orientierten. So sind mittelalterliche Synagogen in Deutschland häufig im romanischen oder gotischen Stil erbaut oder erinnern an Renaissance-Kirchen (wie z.B. die berühmte Spanisch-Portugiesische Synagoge in Amsterdam).
Jüd. Synagoge Berlin, Fasanenstr.

Überhaupt sind vielfach die Synagogen der letzten Jahrhunderte nur durch ihre größere Schlichtheit, das Fehlen der Kreuze und die Verwendung typisch jüdischer Ornamentik (sieben- oder achtarmiger Leuchter, Stern Davids, hebräische Inschriften) von christlichen Kirchen zu unterscheiden.

Im 19. Jahrhundert, in dem die meisten Synagogen in Deutschland erbaut wurden, wurde allerdings häufig auch ein bewußt orientalischer, sog. »maurischer« Stil verwandt, der einen gewollten Gegensatz zur christlichen Sakralarchitektur darstellte und damit ein Mittel der Selbstdarstellung in einer Zeit neu erwachenden jüdischen Selbstbewußtseins nach der Emanzipation darstellte. Beispiele dafür sind die großen Synagogen in Budapest oder Berlin.

Eine eigene Synagogenarchitektur entwickelte sich erst ab dem 2.Jh.. Dabei wurden im Laufe der Zeit verschiedene Stilformen verwandt, welche sich oft an den Sakralbauten der Umgebung orientierten. So sind mittelalterliche Synagogen in Deutschland häufig im romanischen oder gotischen Stil erbaut oder erinnern an Renaissance-Kirchen (wie z.B. die berühmte Spanisch-Portugiesische Synagoge in Amsterdam).
Überhaupt sind vielfach die Synagogen der letzten Jahrhunderte nur durch ihre größere Schlichtheit, das Fehlen der Kreuze und die Verwendung typisch jüdischer Ornamentik (sieben- oder achtarmiger Leuchter, Stern Davids, hebräische Inschriften) von christlichen Kirchen zu unterscheiden.
Im 19. Jahrhundert, in dem die meisten Synagogen in Deutschland erbaut wurden, wurde allerdings häufig auch ein bewußt orientalischer, sog. »maurischer« Stil verwandt, der einen gewollten Gegensatz zur christlichen Sakralarchitektur darstellte und damit ein Mittel der Selbstdarstellung in einer Zeit neu erwachenden jüdischen Selbstbewußtseins nach der Emanzipation darstellte. Beispiele dafür sind die großen Synagogen in Budapest oder Berlin.

Die eigene Synagogenarchitektur entwickelte sich sich zuerst in Galiläa. Durch zahlreiche Ausgrabungen von Synagogen (3.-7. Jh.) wurde es möglich eine ungefähre Entwicklungsgeschichte des Synagogenbaus in rabbinischer Zeit nachzuweisen. Nach dieser lassen sich drei Synagogentypen unterscheiden.

  • Der erste Typus, bei dem die Fassade des Baus nach Jerusalem ausgerichtet war, ist hauptsächlich in Galiläa und im Golan vertreten. Es gab noch keine Apsis oder Nische; die Schriftrollen wurden in einem Nebenraum aufbewahrt und nur zum Gottesdienst hereingebracht. Steinbänke waren entlang der Seitenwände und an der Rückwand der dreischiffigen Halle angebracht. Eine Treppe, die sich in einem turmartigen Anbau befand, führte zur Frauenempore, die oberhalb des Säulenumgangs lag.
  • Der zweite Typus war der Breithaustyp. Der Eingang lag nun an einer der beiden Schmalseiten des Gebäudes und die Jerusalem zugewandte Längsseite erhielt eine Apsis oder Nische als ständigen Platz für den Thoraschrein (so z.B. in Judäa in Eschtemoa und Susija). Ab dem 4.Jh. wurden die Fußböden mit Mosaiken statt einfachen Steinplatten ausgestattet.
  • Die dritte Form wird z.B. durch die Synagoge von Beth Alpha (6.Jh.) und Chammat Tiberias (Umbau 5.Jh. ) vertreten. Bei ihnen wurde, wie bei zeitgenössischen christlichen Kirchen, ein Basilikengrundriß (siehe Basilika) verwendet. Durch eine Vorhalle oder Atrium gelangte man in den Hauptraum, der durch zwei Säulenreihen in drei Schiffe geteilt war. An den Seitenwänden befanden sich die Steinbänke für die Beter. Die nach Jerusalem ausgerichtete Schmalseite lag dem Eingang gegenüber und hatte die Form einer Apsis, die den Thoraschrein enthielt. Fußbodenmosaike waren in dieser Zeit allgemein üblich. Durch Widmungsinschriften und die Verwendung jüdischer Symbole konnten diese Gebäude sicher als Synagogen identifiziert werden.