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Sophie Scholl


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Sophie Scholl wurde als viertes von fünf Kindern am 9. Mai 1921 in Forchtenberg/Württemberg geboren. In Ulm besuchte sie ab 1932 bis zum Abitur 1940 die Mädchenoberschule. 1934 trat sie der Hitlerjugend bei, hatte in der Jungmädelschaft Führerinnenfunktionen, von denen sie 1939 zurücktrat.

Zeichnen und Malen gingen ihr leicht von der Hand. Sie fand ersten Kontakt zu Werken »entarteter« Künstler. In der Literatur, mit zunehmender Neigung zu Philosophie und Theologie, fand sie ihre Gegenwelt zum Nationalsozialismus.

Die Verhaftung ihrer Brüder und deren Freunde im November 1937 führte zur Entfremdung von der HJ. Sie wusste von der oppositionellen politischen Orientierung ihres Vaters, einiger Freunde und Lehrerinnen. Die politische Haltung wurde nun auch für sie wichtig bei der Wahl von Freunden.

Nach dem Abitur entschied sie sich 1940 für die Ausbildung zur Kindergärtnerin am Fröbelseminar in Ulm-Söflingen in der Hoffnung, damit als Vorleistung für ein Studium dem Reichsarbeitsdienst zu entgehen. Dies erwies sich als Irrtum: Ab Frühjahr 1941 musste sie zwangsweise ein halbes Jahr Reichsarbeitsdienst in Krauchenwies bei Sigmaringen ableisten, anschließend ein halbes Jahr Kriegshilfsdienst als Hortnerin in Blumberg bei Donaueschingen. Der kasernenhafte Arbeitsdienst veranlasste sie, über passiven Widerstand nachzudenken und ihn zu praktizieren.

Im Mai 1942 kann Sophie Scholl sich endlich an der Universität München für Biologie und Philosophie einschreiben. Ihr Bruder Hans Scholl, der schon Medizin studiert, macht sie mit seinen Freunden bekannt (siehe Weiße Rose). Auch wenn der Kreis vor allem politisch motiviert ist, gehen die Freunde gern in die Berge, zum Skilaufen und Schwimmen; sie lesen intensiv, musizieren und hören oft Konzerte.

In München ergeben sich auch Kontakte mit Schriftstellern, Philosophen und Künstlern, besonders mit Carl Muth und Theodor Haecker, die für Sophies vertiefte Beschäftigung mit dem Christentum von großer Bedeutung werden. In den Vordergrund tritt die Frage, wie sich der einzelne in der Diktatur zu verhalten hat. 1942 muss Sophie Scholl während der Semesterferien zu einem Rüstungseinsatz in einen Ulmer Metallbetrieb, während der Vater zur gleichen Zeit eine Haftstrafe abzubüssen hat, weil er vor einer Angestellten eine ablehnende Bemerkung über Hitler gemacht hatte.

Nachdem Sophie von den Flugblättern weiß, beteiligt sie sich ohne Einschränkung an der Herstellung der beiden letzten und ihrer Verteilung in verschiedenen süddeutschen Städten.

Beim Auslegen des 6. Flugblatts in der Münchner Universität am 18. Februar 1943 wird sie verhaftet. Am 22. Februar wird Sophie Scholl zusammen mit ihrem Bruder Hans und dem Freund Christoph Probst vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und wenige Stunden später durch das Fallbeil hingerichtet.

weisse-rose-stiftung.de