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Schriftbesitzer (Islam)


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In der mekkanischen Offenbarungsphase wird zwischen den Schriftbesitzern ahl al-kitab und den Ungläubigen unterschieden. Der Analphabet Mohammed bewunderte die Schriftbesitzer (Juden; Christen, Sabäer, später Zoroastrier) und wollte seinem Volk auch eine Schrift geben. Viele Inhalte der Tora und Bibel finden sich im Koran, darunter besonders bedeutungsvoll die Abfolge der Propheten. In dieser Phase konnten die Schriftbesitzer noch darauf hoffen, dass sie – bei Unterwerfung unter die islamischen Herrschaft – in ihrem Glauben als Dhimmis bleiben konnten. Dies galt nicht für die tatsächlich Ungläubigen oder die „Götzenanbeter“. Als Mohammed in der medinensischen Zeit zum Alleinherrscher wurde, änderte sich dies dramatisch. Jetzt gab es nur noch die Rechtgläubigen (also die Muslime) und die Anderen. Dass Mohammed, dem ein tieferes Verständnis der Trinitätslehre fehlte, stellenweise die Christen auch als Polytheisten betrachtete, sei nebenbei erwähnt. Es kam zur dichotomischen (zweiteiligen) Welteinteilung – wir gegen sie, die bis heute anhält.

-> Mekka -> Medina -> Polytheismus -> Offenbarung (Islam)