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Osternacht


CC-BY  Chrismon und bip Nachschlagen

Früh aufstehen an einem Sonntagmorgen? Noch dazu, um in die Kirche zu gehen? Für viele Menschen kein Problem. Denn trotz ihrer frühen Anfangszeiten erfreuen sich die Gottesdienste zur Osternacht seit Jahren in Deutschland wachsender Beliebtheit. Sie finden am frühen Morgen des Ostersonntags statt, meistens um 6 Uhr morgens, in manchen Gemeinden sogar schon um 5 Uhr. Auf jeden Fall ist es noch dunkel, wenn die Gemeinde in die Kirche kommt und die Kirche selbst ist auch dunkel. Besonders feierlich ist der Beginn. Pfarrer oder Pfarrerin tragen eine einzige Kerze in die Kirche und singen drei Mal: »Christus ist das Licht.« Damit berufen sie sich auf eine uralte Tradition der Christenheit. Schon in der Antike versammelten sich die Christen frühmorgens, um der Auferstehung Christi zu gedenken. Denn nach dem biblischen Zeugnis kamen die Frauen zum Grab »sehr früh, als die Sonne aufging« (Mk 16,2). Der Osternachtgottesdienst ist ein beliebter Termin, um Taufen zu feiern. Viele Gemeinden bieten nach dem Gottesdienst ein Osterfrühstück an. (siehe Ostern)

Bereits die ersten Christen müssen eine Jahresfeier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi gekannt haben. Die Auferstehung Jesu wird als Sieg über den Tod gefeiert und ist das Fundament des christlichen Glaubens. Mit dem Auferstehungsglauben verbindet sich für die Christinnen und Christen die Hoffnung, dass nicht der Tod, nicht Lüge, Ungerechtigkeit und Hass das letzte Wort über das Leben des Menschen haben. Die Osternacht ist darum auch eine Feier des Lebens. Ihre Liturgie besteht aus vier Teilen: Lichtfeier, Wortgottesdienst, Tauffeier und Eucharistiefeier.

  • Bei der Lichtfeier wird die brennende Osterkerze in die dunkle Kirche getragen. Sie ist das Zeichen für Christus als Licht der Welt. Durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hat er Licht in die Welt gebracht und die Schatten des Todes vertrieben.
  • Im Wortgottesdienst mit mindestens fünf Lesungen aus der Bibel, darunter eine Auferstehungserzählung, werden die Heilstaten Gottes für die Menschen erinnert und verkündet. Ein feierliches Loblied (Gloria) wird angestimmt, bei dem die Orgel wieder spielt und Glocken läuten.
  • In der Tauffeier (siehe Taufe) werden die Täuflinge in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen und beginnen ein neues Leben, dessen Grund der Tod und die Auferstehung Jesu Christi sind.
  • In der Eucharistiefeier versammeln sich die Gläubigen als durch Jesus Christus Gerettete, sagen Gott Dank und feiern das neue Leben in Christus.

Mit der Osternacht beginnt die Osterzeit, die fünfzig Tage bis zum Pfingstfest (siehe Pfingsten) dauert. Auch jede Sonntagsmesse (siehe Sonntag) gilt als Osterfeier, als Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi.

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