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Jesiden


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Bei den Jesiden (auch: Yezidi) handelt es sich um eine religiöse und ethnische Gruppe, die hauptsächlich im Norden des Irak, teilweise auch in Syrien und in der Türkei beheimatet ist (Vgl. das Gebiet „Kurdistan“).

Glaubensinhalte
Die Jesiden glauben an einen Schöpfer und an einen Mittler zwischen Gott und den Menschen: Tausi Melek, der in der Gestalt eines Pfauen verehrt wird und dessen Bild sich auch auf jesidischen Gräbmälern findet.
Der „Engel Pfau“ soll nach einem Fehltritt gegen Gott in der Hölle gebüßt und das Höllenfeuer mit seinen Tränen ausgelöscht haben.

Aus anderen Religionen haben verschiedene Elemente Eingang in den Jesidentum gefunden: Beispielsweise kennen Jesiden die Beschneidung bzw. eine Taufe mit Wasser, beide werden jedoch unterschiedlich bzw. nicht bei allen Jesiden praktiziert.

Laliisch, das Heiligtum der Jesiden, befindet sich im Irak und ist die Grabstätte ihres Gründers Sheikh Adi (gest. um 1160). Eine jährliche Pilgerfahrt ist religiös vorgesehen.

[b]Verfolgte Minderheit[/b]
Durch Missverständnisse müssen die Jesiden auf eine lange Geschichte der Diffamierung, Ausgrenzung und Verfolgung blicken: Sowohl Christen als auch Muslime beschimpften Jesiden als „Teufelsanbeter“ und lieferten sie damit der Verfolgung aus.

[b]Jesiden in der Zerstreuung[/b]
Durch die angespannte Lage vor allem im Irak, hat ein großer Teil der Gemeinde den Weg u.a. nach Deutschland gewählt. Hier sind sie vor Verfolgung sicher, obwohl inzwischen auch einzelne Fälle von religiös motivierten Übergriffen auf Jesiden in Deutschland berichtet werden.

Chaukeddin Issa: Das Yezidentum. Religion und Leben, Oldenburg, o.J.