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Friedrich Weißler


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Bild Friedrich Weißler war der erste Märtyrer der evangelischen Bekennenden Kirche (siehe Bekennende Kirche) im Kampf gegen den Nationalsozialismus.

Friedrich Weißler wurde 28. April 1891 als Sohn des jüdischen Rechtsanwalts Adolf Weißler geboren. Nach dem Schulbesuch in Halle studierte er Jura in Halle und Bonn und promovierte 1914 in Halle. Nach mehrjährigem freiwiligem Kriegsdienst während des ersten Weltkrieges trat Weißler 1921 in den preußischen Justizdienst ein. Am 01.12.1932 wurde zum Landgerichtsdirektor in Magdeburg ernannt.

Der engagierte Protestant galt als „Volljude“, da seine Eltern Juden waren. Darum wurde er 1933 in Ermangelung eines „Ariernachweises“ als Landgerichtsdirektor in Magdeburg entlassen (siehe Arierparagraph). 1934 berief ihn die oppositionelle Leitung der altpreußischen Kirche zum juristischen Kanzleichef nach Berlin. Dort wirkte er an einer an Adolf Hitler gerichteten Denkschrift mit, die gegen die nationalsozialistische Blut-und-Boden-Doktrin (siehe Blut-und-Boden-Ideologie), die Methoden der Gestapo und gegen Konzentrationslager protestierte. Vor der Olympiade 1936 in Berlin berichtete die „New York Herald Tribune“ über den kirchlichen Protest und sorgte für internationales Aufsehen.

Weißler wurde verhaftet, weil er die Denkschrift an die ausländische Presse übermittelt hatte und im Februar 1937 ins Konzentrationslager überstellt. Binnen einer Woche, am 19. Februar 1937, erlag der Kirchenjurist den Misshandlungen im Konzentrationslager Sachsenhausen. Im August 1937 ließ die Bekennende Kirche die Denkschrift von fast allen Kanzeln Berlins verlesen.