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Bilderverbot (Islam)


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Bild Anders als die Bibel (siehe Bilderverbot (Bibel)) enthält der Koran kein direktes Bilderverbot. Dennoch weist eine Vielzahl von Äußerungen des Propheten Mohammed auf die Ablehnung von bildlichen Darstellungen hin.

Gott offenbart sich im Islam allein durch die Worte des Koran, also durch den Text. Beim islamischen Bilderverbot spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass im Arabischen das Wort für „bilden“ auch die Bedeutung „erschaffen“ haben kann. Gott allein wird die Rolle des Schöpfers und Bildners zugewiesen; Maler und Bildhauer werden daher verdächtigt, zu versuchen, Gott ebenbürtig zu sein.

Statt der bildlichen Darstellung haben sich im Islam andere künstlerische Formen herausgebildet, um an Gott zu erinnern. Sehr verbreitet sind die kunstvollen Schriftzeichen, Kalligraphien, mit Texten aus dem Koran oder Bilder zentraler Gotteshäuser wie die Kaaba in Mekka oder der Felsendom in Jerusalem.

Das Bilderverbot spielt auch beim Streit um die Karikaturen des Propheten Mohammed eine Rolle. Die in skandinavischen Ländern veröffentlichten Comics haben weltweit bei Muslimen Proteste ausgelöst. Viele Anhänger des Islam fühlen sich verletzt, weil überspitze bildliche Darstellungen des Propheten für politische Zwecke eingesetzt wurden. Das wir als Gotteslästerung empfunden und gilt als Hinweis auf eine wachsende Feindlichkeit dem Islam gegenüber.