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Ahmadiya


CC-BY  Francesco Ficicchia Nachschlagen

Ahmadiya oder Ahmadiyya (arab. Ahmadîya), Name einer von dem Inder Mîrzâ Ghulâm Ahmad (1836-1908) gegründeten islamischen Glaubensgemeinschaft. Ahmad betrachtete sich selbst als eine Wiederkunft Jesu (’Îsâ) und als den rechtgeleiteten Imâm Mahdî (siehe Mahdi).

Nach der Lehre der Ahmadîya wurde Jesus vom Kreuzestod gerettet und begab sich in der Folge nach Indien, wo er nach einer langen Lehrtätigkeit eines natürlichen Todes starb. In Shrinâgar, der Hauptstadt Kashmîrs, soll sich sein Grab befinden.

An der Frage, ob Mîrzâ Ghulâm Ahmad ein Prophet (nabî) sei, spaltete sich die Gemeinschaft im Jahre 1914 in zwei Gruppen. Die eine hielt ihn lediglich für einen Erneuerer (mujaddid) des Islam, wogegen die andere ihn als einen Propheten verehrt, der allerdings nicht ermächtigt war, ein über den Qur’ân (siehe Koran) hinausgehendes neues Religionsgesetz zu begründen. Die Mehrzahl der Ahmadî folgte der Auffassung von der Prophetschaft Ahmads und sieht in ihm ein Ebenbild und Nachfolger des Propheten Muhammad (siehe Mohammed).

In ihrer Lehre unterscheidet sich die Ahmadîya – abgesehen von der Frage der Nachfolge der Prophetschaft Muhammads – nicht vom traditionellen Islam. Dennoch entzündete sich gerade an dieser Frage die Gegnerschaft der übrigen Muslime zur Ahmadîya, die in den meisten islamischen Staaten verboten ist. In Pakistan, ihrem Hauptsitz, wurde sie 1974 vom pakistanischen Parlament zu einer nichtislamischen Gemeinschaft erklärt und aus der islamischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Es folgten Phasen offener Verfolgung und Repression, so dass sich die Ahmadîs genötigt sahen, ihren Sitz in das benachbarte Indien zu verlegen.

Die Ahmadîs treten für eine friedliche Verbreitung des Islam ein. Sie unterhalten Missionszentren in aller Welt (so auch in Deutschland und in der Schweiz). Die größten Erfolge erzielte die Gemeinschaft in West- und Ostafrika, wo sie sich auch im Bildungs- und Sozialwesen engagiert. Größere Gemeinden bestehen auch in Indien, Indonesien, in der Karibik und Südamerika. Die Gesamtzahl der Ahmadîya beläuft sich weltweit auf etwa 10 Millionen Anhänger.

Weitere Infos: www.ahmadiyya.de