Startseite » Nachschlagen » Afrikanische Religionen: Gottesverständnis

Afrikanische Religionen: Gottesverständnis


CC-BY  übersetzt von HJ Deuster Nachschlagen

Die Gottesvorstellungen in allen afrikanischen Religionen ähneln einerseits denen der monotheistischen Weltreligionen; andererseits sind sie doch grundverschieden.
Christentum, Judentum und Islam sind die drei bedeutenden monotheistischen Religionen (siehe Monotheismus). Diese Religionen lehren, dass es nur einen Gott gibt, der nicht nur die Erde schuf, sondern Kontrolle über das gesamte Universum hat. Mehr noch, dieser eine Gott steht in der Geschichte in Verbindung mit den Menschen und deren Leben ist direkt von diesem Gott betroffen.
Nach Professor John Mbiti, einem der führenden Experten auf diesem Gebiet, teilen viele afrikanische Religionen dieses Konzept von Gott. Daraus ergeben sich folgende Gemeinsamkeiten mit den monotheistischen Religionen:

  • Gott ist der Schöpfer aller Dinge
  • Gott bewahrt die Schöpfung
  • Gott herrscht über das Universum
  • Gott ist allmächtig
  • Gott weiß, was in der Welt geschieht
  • Gott ist wie ein Elternteil
  • Gott will Gerechtigkeit
  • Menschen können Gott nicht begreifen

Die Unterschiede zwischen dem monotheistischen Verständnis und den Vorstellungen in afrikanischen Religionen besteht u.a. darin, dass Gott in vielen religiösen afrikanischen Systemen nach der Schöpfung nicht mehr direkt mit dem Leben der Menschen befasst ist. Die Idee eines isolierten Gottes macht aber das Übernatürliche in den afrikanischen Religionen nicht unwichtig. Zwischen dem allübergreifenden Gott und den Menschen gibt es eine Versammlung, ein Pantheon von Geistern (wobei das Wort »Geist« nicht die »Göttlichkeit« im englischen »spirit« beschreibt.) Diese Geister oder niedere Götter sind direkt mit dem Leben der Menschen verbunden und beeinflussen es, sie sind Vermittler zwischen den Menschen und dem Höchsten Wesen. Diese Geister teilen einige Wesenszüge mit den Engeln in den drei Weltreligionen. Gute Geister schützen gegen Krankheiten und Unglück, helfen den Menschen, wenn sie Regen für die Ernte brauchen, sorgen für genügend Fisch oder Fleisch. Manche Geister werden aber auch als böse betrachtet, sie sind dann verantwortlich für das genaue Gegenteil, also Krankheiten usw., jede Form von Leiden (siehe Afrikanische Religionen: Geisterglaube, siehe Afrikanische Religionen: Einleitung).