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Vaterhaus


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

In der semitischen Welt bezeichnet »Haus« und »Vaterhaus« die Familie, die unter einem Dach zusammenlebt; also den Hausvorstand mit seinen Frauen, Kindern, Schwiegertöchtern und Enkeln, aber auch Sklaven und mitlebende Fremde.

Eine solche Großfamilie von drei bis vier Generationen war als umfassende Lebens-, Wirtschafts-, Rechts- und Kultgemeinschaft die Grundeinheit der Gesellschaft. Mehrere Familien bildeten eine Sippe und diese wiederum einen Stamm.

Außerhalb des Systems von Familienverbünden gab es zumindest in vorstaatlicher Zeit keinen Rechtsraum für Singles oder selbstständige Kleinfamilien. Das macht die Forderung an Abraham, aus dem Vaterhaus auszuziehen (Gen 12,1), so radikal.

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