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Tempel (Buddhismus)


CC-BY  Pestalozzi-Gymnasium Herne Nachschlagen

Die Entwicklung der historischen Stilrichtungen des buddhistischen Tempelbaus setzte am Ende der Staatenbildung in der Zeit der altindischen Dynastie der Maurya um 250 v. Chr. unter dem mauryanischen König Aschoka ein, der den Buddhismus sehr förderte. Dementsprechend handelte es sich bei den damaligen Monumentalbauten hauptsächlich um buddhistische Tempel.

Paradebeispiel für ein derartiges Bauwerk, das an den Tod Buddhas und seinen Eintritt ins Nirvana erinnert, ist der große Stupa (3. Jahrhundert v. Chr. bis frühes 1. Jahrhundert n. Chr.) von Sanchi im heutigen indischen Bundesstaat Madhya Pradesh.

Der einfachste buddhistische Bautyp und Urform des buddhistischen Kultmals ist der Stupa. Unter einem Stupa versteht man einen halbkugelförmigen, mit Steinplatten verkleideten Erd- oder Ziegelbau mit Ringpfad und vier Eingangstoren nach allen Himmelsrichtungen.

Laut Überlieferung wurden nach dem Tode des Religionsstifters Buddha seine Hinterlassenschaften in acht Grabhügeln geborgen, deren Form sich von hinduistischen Grabbauten ableitete. Sie legten den Grundtypus des Stupa als halbkugelförmigen Hügel zur Aufbewahrung von Reliquien fest, der nach hinduistischer Sitte mit einem Geländer umgeben wurde, das einen reichen Figurenschmuck trägt. Eine Säule, die aus dem höchsten Punkt des Hügels ragt, trägt drei schirmähnliche Aufsätze. Alle Bauteile haben eine kosmische Symbolik: Der Hügel symbolisiert den Weltberg Meru, die Säule die Erdachse, die drei Schirme das dreifache Kleinod des buddhistischen Glaubens.