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Rekonstruktionismus


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Bild Der Rekonstruktionismus stellt die jüngste Strömung des Judentums dar und wurde durch den Rabbiner Mordecai Menahem Kaplan in den 1930er Jahren begründet und entwickelt.

Der Rekonstruktionismus ist aus dem konservativen Judentum hervorgegangen und war zunächst eine Strömung innerhalb der konservativen Bewegung.

Für den Rekonstruktionismus ist das jüdische Religionsgesetz, die Halacha, wie auch das Judentum in seiner Gesamtheit, einer Fort- und Weiterentwicklung unterworfen. Wird die Halacha durch das konservative Judentum neu ausgelegt, so kann innerhalb des Rekonstruktionismus dieses Gesetz im Allgemeinen immer wieder neu hinterfragt werden.

In Anlehnung an Mordecai Menahem Kaplan betrachtet die rekonstruktionistische Bewegung das Judentum als sich weiterentwickelnde religiöse Zivilisation und nicht nur als Religion. Dies umfasst nicht nur rituelle Aspekte, sondern alle Lebensbereiche menschlichen Lebens, wie Geschichte, Literatur, Kunst, Musik, Land und Sprache.

In der Frage nach Gott besteht eine gewisse Vielschichtigkeit, denn für einen Teil der Bewegung gibt es keinen persönlichen Gott. Kaplan schrieb in seinen frühen Werken, dass Gott die Summe aller Prozesse der Natur sei, die es dem Menschen erlaube, sich selbst zu verwirklichen. In späteren Werken betrachtet Kaplan Gott als ontologische Realität, wonach er unabhängig davon existiere, was der Mensch glaube. Innerhalb der rekonstruktionistischen Bewegung begegnet man nicht nur diesen beiden Sichtweisen, sondern auch noch weiteren.