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Pyramide (Bau)


CC-BY  Pestalozzi-Gymnasium Herne Nachschlagen

Alle Pharaonen begannen mit dem Bau ihrer Pyramiden schon lange, bevor sie alt wurden oder mit dem baldigen Tod rechnen mussten, denn die Errichtung eines solchen Bauwerks dauerte viele Jahre. Der Pharao beauftragte seinen Architekten damit, einen Entwurf anzufertigen, und schickten Beamte aus religiösen Gründen auf die Suche nach einem Bauplatz in das hüglige Gelände westlich des Nils. Er musste auf felsigem Gelände liegen, um das gewaltige Gewicht der fertigen Pyramide tragen zu können, und durfte nicht zu weit vom Fluß entfernt sein, denn der größte Teil der Bausteine wurde mit Booten von den Steinbrüchen herantransportiert. Die größte Pyramide besteht aus etwa 2,6 Millionen Steinblöcken von jeweils mindestens 3 t Gewicht. Sie bestanden hauptsächlich aus Kalkstein und einige wichtige Bauteile aus Granit.

Wenn der Bauplatz gewählt und das Gestein vom Sand befreit war, wurde die Grundfläche der Pyramide abgesteckt. Da die Seiten genau nach Norden, Süden, Osten und Westen gerichtet sein mussten, ermittelte ein Priester vor Baubeginn durch das Beobachten der Sterne, wo Norden war. Dann wurde die Grundfläche mit Pfählen markiert und mit einem Seil aus Palmenfasern vermessen. Solch Seile dehnen sich aber, und es ist erstaunlich, dass sie immerhin 230 Meter langen Seiten der Cheopspyramide bei Gizeh um nicht einmal 20 Zentimeter voneinander abweichen. Dann zog man Gräben, füllte diese mit Wasser und markierte den Wasserspiegel. Nach Ablaufen des Wassers wurde alles, was über die Markierungslinien ragte, weggehauen. So erhielt man eine ebene Fläche. Die Methode ist erstaunlich genau: die Südostecke der großen Pyramide steht nur 1,3 cm höher als die Nordwestecke. Nun wurden die Steinblöcke mit Schiffen in die Nähe der Baustelle transportiert. Steinmetze überprüften, ob ein Steinblock das richtige Format hat. Stimmt es nicht, wurde es auf die richtige Größe gebracht.

Arbeiter, meist Bauern zogen dann die schweren Steinblöcke über ein Pfad von Holzstämmen zur Pyramide. Man begoss das Holz vorher mit Wasser und Schlamm, um den Reibungswiderstand zu verringern. Am Ziel angekommen, ordneten die Baumeister die Plazierung der Steinblöcke an. Mit steigender Höhe wurden lange, schräge Transportrampen angelegt, um die Blöcke über diese transportieren zu können. Beim Aufstapeln der Steine wurden die Grabkammern des Pharaos integriert.

Der griechische Geschichtsschreiber Herodot, der Ägypten im Jahre 450 v. Chr. bereiste, überlieferte, es seien 20 Jahre lang alljährlich 100.000 Menschen für drei Monate am Bau der Pyramide beschäftigt gewesen, ohne die zehnjährige Vorbereitung für den Bau einer Straße zum Steintransport mitzuberechnen.