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Pergament


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Bild Der Name »Pergament« geht auf die für ihre Pergamenterzeugung bekannte Stadt Pergamon zurück. In dieser Stadt in Kleinasien war eines der bedeutendsten römischen Kulturzentren untergebracht, die Bibliothek von Pergamon. Als Schreibmaterial war Pergament in Europa seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. allgemein gebräuchlich, wobei erste Versuche gebietsweise schon um 180 v. Chr. erfolgten.

Zur Fertigung von Pergament wurden die Häute von Schafen, Kälbern und Ziegen zuerst in einer scharfen Kalklauge gebeizt und enthaart. Die auf diese Weise vorbereiteten Häute wurden anschließend in Rahmen gespannt, auf beiden Seiten mit scharfen Messern abgeschabt und getrocknet. Danach wurden die Häute durch den Auftrag spezieller Öle geschmeidig gemacht, mit Kreide eingerieben und mit Bimsstein geglättet. Löcher und Risse wurden durch Unterkleben von Pergamentstücken mit Pergamentleim und anschließendem Pressen ausgebessert. Auf diese Weise wurden auch mehrere Pergamentbahnen aneinandergefügt .

Ursprünglich verwendete man Pergament wie Papyrus in Rollen (siehe Buchrolle). Erst zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert wurde Pergament in Bogenform (einzelne Blätter) zugeschnitten. Wurde nun eine Vielzahl von Pergamentbögen miteinander zu einem Buch verbunden, entstand ein sogenannter Codex.