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Oskar Schindler


CC-BY  Raphael Achtermeier Nachschlagen

Oskar Schindler wurde im Jahr 1908 in Zwittau, Sudentenland heute Tschechien, geboren. Er ist der Mann, der Hunderten von Juden das Leben rettete und dem Regisseur Steven Spielberg mit dem Drama »Schindlers Liste« ein Denkmal setzte.
Obwohl er im katholischen Glauben erzogen wurde, war er nicht religiös und spielte als Kind häufig mit jüdischen Nachbarskindern.
Sein Vater besaß eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen, und Oskar erhielt eine Ausbildung zum Ingenieur. Im Alter vom 20 Jahren heiratete er Emilie. Kurz danach wurde er zum Militärdienst eingezogen.
Nach seiner Rückkehr arbeitete er im Betrieb seines Vaters. Oskar Schindler wurde nach dem Bankrott des Betriebes Verkaufsleiter bei einer Firma für Elektrogeräte. Um sich Aufträge zu sichern, trat er auch in die NSDAP ein.
Im Jahr 1939, als Deutschland Polen überfiel, machte sich Schindler auf den Weg nach Krakow, in der Hoffnung, geschäftlich vom Krieg zu profitieren. Dank seiner Verbindungen zu Nazifunktionären übernahm er eine beschlagnahmte Emaillewarenfabrik, die Geschirr und Kochutensilien für die deutschen Truppen herstellte.
Schindler machte in Polen Karriere, indem er nicht nur seine Verbindungen zu verschiedenen Nazigrößen ausspielte, sondern auch die zu Amon Göth, dem Kommandanten des nahegelegenen Zwangsarbeiterlagers Platzhoff. Sein Buchhalter Itzhak Stern bewegte ihn schließlich dazu, jüdische Arbeiter einzustellen. Seine Belegschaft wächst von 45 auf über 250 Menschen.
Schindlers Parteibeziehungen wurden immer geringer, als er mehrfach erleben musste, wie Krakower Juden schikaniert und getötet wurden. Er sah mit eigenen Augen, wie deutsche Soldaten ganze Familien aus ihren Wohnungen zerrten und jeden, der Widerstand leistete, niederschossen.
Gemeinsam mit Stern arbeitete Schindler einen Plan aus, um so viele Juden wie möglich zu retten.
In Schindlers Fabrik arbeiteten 900 Juden, darunter auch Personen, die den Arbeitsanforderungen nicht gewachsen waren. Im Oktober 1944 wurde ihm erlaubt, seine Fabrik in Brünnlitz neu zu gründen und die jüdischen Arbeiter mitzunehmen. Es gelang ihm etwa 700 bis 800 jüdische Männer vom Lager Groß- Rosen und etwa 300 jüdische Frauen von Auschwitz nach Brünnlitz zu überführen. In Brünnlitz bekamen die Juden zu essen, wurden medizinisch versorgt und durften ihre Religion ausüben.
Nach dem Krieg kehrte Schindler nach Deutschland zurück. Im Jahr 1961 ehrte die Holocaust- Gedenkstätte von Jerusalem- der Yad Vashem – Museumskomplex- Schindler mit einem Baum. Gepflanzt wurde dieser Baum auf der »Straße der Gerechten, die an jene nicht-jüdischen Menschen erinnern soll, die den Juden während des Naziregimes beistanden.
Oskar Schindler starb 1974 in Hildesheim. Auf eigenen Wunsch wurde er in Israel beigesetzt.
Ohne den Film »Schindlers Liste« (1992) wären seine Taten nur wenigen Menschen in Deutschland bekannt geworden. Er war ein stiller Held.

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