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Katholische Kirche im Nationalsozialismus


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Die folgenden Ereignisse geben einen Einblick in des Verhältnis der Katholischen Kirche (siehe Katholische Kirche) zum Nationalsozialismus. Insbesondere geht es um Maßnahmen gegen Priester und Ordensleute, den Kampf um den Erhalt der Bekenntnisschulen und das Ringen um den Erhalt kirchlicher Jugend- und Verbandsarbeit.

  • 29. Juli 1933 Erlass Baldur von Schirachs (Reichsjugendführer) verbietet die Doppelmitgliedschaft in der Hitlerjugend bzw. im Bund Deutscher Mädel (BDM) und in konfessionellen Jugendverbänden
  • Frühjahr 1934 Beginn des Kampfes gegen die durch das Reichskonkordat gesicherten katholischen Bekenntnisschulen in Hessen
  • 27. / 28. April 1934 Dr. Robert Ley, Führer der Arbeitsfront, verbietet die Doppelmitgliedschaft in der Arbeitsfront und in den konfessionellen Arbeiter- und Gesellenvereinen
  • 13. – 27. April 1935 Romfahrt der Sturmschar, der St. Georgspfadfinder (siehe Pfadfinder) und des Bundes Neudeutschland; diskriminierende Behandlung bei der Rückkehr an der deutschen Grenze
  • 17. Mai 1935 Beginn der Devisenprozesse (insgesamt 40) gegen katholische Geistliche und Ordensleute vor dem Berliner Schöffengericht
  • 20. und 23. Juli 1935 Katholischen Jugendverbänden wird das »Tragen von Kluft und Abzeichen, das geschlossenen Auftreten in der Öffentlichkeit, das Wandern und Zelten, das öffentliche Mitführen von Fahnen und Wimpeln und jegliche Form des Sports« verboten
  • 20. August 1935 Mahnung der deutschen Bischöfe an Hitler, angesichts der sich mehrenden Angriffe gegen Christentum und Kirche; Hirtenbrief der deutschen Bischöfe »Steht fest im Glauben…«
  • 15. September 1935 Hakenkreuzfahne wird alleinige Reichsflagge
  • April 1936 Bischöfliche Richtlinien für die katholische Jugendseelsorge, Einrichtung der Bischöflichen Jugendseelsorgeämter, Aufbau von Pfarrjugendgruppen
  • 26. Mai 1936 Beginn der Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Geistliche und Ordensleute
  • 7. Juni 1936 Dreifaltigkeitssonntag – erster der von jetzt an jährlichen Bekenntnistage der katholischen Jugend in allen deutschen Diözesen
  • 10.November 1936 Hirtenbrief der deutschen Bischöfe fordert den Schutz der Bekenntnisschule
  • 1. Dezember 1936 Verpflichtung zur Mitgliedschaft in der HJ und im BDM
  • 21. Januar 1937 Erklärung der deutschen Bischöfe zur deutschen Bekenntnisschule
  • 18. Mai 1937 Kritik des Chicagoer Kardinals, Erzbischof Mundelein, an verleumderischer NS- Berichterstattung über die Sittlichkeitsprozesse
  • 28. Mai 1937 Rede Joseph Goebbels in der Berliner Deutschlandhalle: Höhepunkt der mit den Sittlichkeitsprozessen verbundenen Verleumdungskampagne gegen die katholische Kirche
  • Sommer 1937 Offener Brief des Michael Germanicus (anonymer Verfasser: Professor Dr. Joseph Lechner, Eichstätt) an Dr. Joseph Goebbels, in dem als Erwiderung auf die Goebbels- Rede vom 28. Mai schonungslos mit der Propaganda und der Politik der Nationalsozialisten abgerechnet wurde
  • Januar 1939 Einspruch von nahezu 100000 Katholiken bei staatlichen Stellen im Regierungsbezirk Münster gegen die beabsichtigte Einführung der sogenannten Gemeinschaftsschulen

siehe Reichskonkordat