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Karl V.


CC-BY  Ingo Koll Nachschlagen

Bild Karl V. war der Kaiser, zu dessen Regierungszeit sich die Auseinandersetzungen um Martin Luther und die Reformation abspielten.

Er gehörte zur Familie der Habsburger, wurde als spanischer Prinz geboren und war bereits mit 16 Jahren als »Carlos I.“ König von Spanien. Nach dem Tod seines Großvaters Maximilian, des deutschen Kaisers, dessen einziger Erbe er war, wurde Karl von den Kurfürsten 1519 zum deutschen König gewählt und 1530 von Papst Klemens VII. zum Kaiser gekrönt.

Gleich zu Beginn seiner Herrschaft musste er sich auf dem Reichstag zu Worms mit Martin Luther auseinandersetzen. Er selber sprach kaum Deutsch und hatte wenig Verständnis für den Streit. Er hätte wohl am liebsten die Reformation einfach verboten, musste aber Rücksicht auf seine Verbündeten nehmen, zu denen auch der Kurfürst von Sachsen gehörte, der Luthers Landesherr war.

Ausserdem hatte Karl V. sich auch noch um andere Dinge zu kümmern: gleichzeitig mit der Reformation eroberten spanische Soldaten die Reiche der Azteken und Inka in Amerika. Damit regierte er ein Reich, über dem die Sonne nie unterging, und ungeheure Mengen an Gold flossen aus Amerika nach Spanien. Auf der anderen Seite gab es einen gefährlichen Krieg im Osten: Das Osmanische Reich eroberte Serbien und Ungarn und näherte sich der Reichshauptstadt Wien, die 1529 von den Türken belagert wurde.

Karl V. versuchte, die Reformation in Deutschland gewaltsam zu unterdrücken oder wenigstens die Protestanten zu einem Kompromiss mit der katholischen Kirche zu zwingen. Wegen der äußeren Kriege, in die er verwickelt war, gelang ihm das aber nicht, da er auch die evangelischen Deutschen brauchte.

Im Alter von 56 Jahren dankte Karl V. ab, teilte sein Reich unter seinem Sohn und seinem Bruder auf und zog sich in ein spanisches Kloster zurück. Seine Abdankungserklärung ist ein sehr eindrucksvolles Dokument, weil er hierin alle Menschen um Vergebung bittet, denen er Unrecht getan haben sollte.