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Judasbrief


CC-BY  Heinz-Jürgen Deuster Nachschlagen

So heißt ein kurzes, lehrhaftes Schreiben, das letzte der Katholischen Briefe (siehe Katholische Briefe). Sein Verfasser nennt sich »Judas, Knecht Jesu Christi, Bruder des Jakobus« und wendet sich »an die Berufenen« (wohl eine bestimmte Gruppe, es ist aber unklar ob Judenchristen (siehe Judenchristentum) oder Heidenchristen (siehe Heidenchristentum). Diese Gruppe scheint bedroht durch das Eindringen gewisser »gottloser, zügelloser Menschen« den »überlieferten Glauben« zu verlieren bzw. zu verraten. Dem lästerlichen, ausschweifenden Treiben wird das Gottesgericht (Hinweis auf Ägypten und auf siehe Sodom und Gomorra) angedroht; den Lesern wird freilich auch Erbarmen mit bereits Gefährdeten angeraten. Mit einem von Vertrauen getragenen Lobspruch (Doxologie) schließt der Brief.
Der Brief dürfte etwa um 100 n. Chr. von einem angesehenen Judenchristen abgefasst worden sein; er ist verhältnismäßig früh bezeugt und diente an einigen Stellen als Vorlage für den 2. Petrusbrief