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Johannes Calvin


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Bild Johannes Calvin war neben Martin Luther und Huldrych Zwingli der dritte herausragende Reformator und Mitbegründer des Calvinismus.

Johannes Calvin wird am 10. Juli 1509 unter dem Namen Jean Cauvin in Noyon in Frankreich geboren. Nach dem Schulbesuch in Paris folgt er dem Rat seines Vaters und beginnt eine juristische Laufbahn. Dafür geht er an die Universitäten von Orléans und Bourges. In dieser Zeit beginnt sich Calvin mit dem Humanismus und der Reformationsbewegung zu beschäftigen. Deshalb muss er aus Paris fliehen.

Er geht nach Genf und lernt dort die Reformatoren Heinrich Bullinger und Guillaume Farel kennen. Dieser überredet ihn, sich am Aufbau der protestantischen Gemeinde zu beteiligen. Calvin führt eine strenge Kirchenzucht ein. Der Gottesdienst wird zur Pflicht, Gemeindeälteste kontrollieren die öffentliche Ordnung und die private Lebensführung. Genf soll zur Gottesstadt werden, zum Reich Gottes auf Erden. So will Calvin seinen Wahlspruch durchsetzen: »Gott allein die Ehre« (lat. Soli deo gloria).

In den beiden darauf folgenden Jahren formuliert er die ersten, auf der Bibel und der christlichen Tradition gegründeten Ansätze seiner Lehre. 1536 erscheint die Erstausgabe der Christianae Religionis Institutio (Unterricht in der christlichen Religion). Damit erwirbt sich Calvin den Ruf eines Vordenkers der Reformationsbewegung.

1538 wird Calvin aus der Stadt Genf verwiesen, weil seine neue Lehre auf zunehmenden Widerstand stieß. Er geht nach Basel und später nach Straßburg. Dort hält er theologische Vorlesungen und betreut die französische Flüchtlingsgemeinde. Intensive Kontakte zum ortsansässigen Martin Bucer prägten Calvins Theologie, so in der Prädestinationslehre, im Abendmahlsverständnis und in der Vierämterlehre.

1541 kehrt Johannes Calvin auf Wunsch des Genfer Stadtrates zurück. Er beginnt sofort mit der reformatorischen Umgestaltung, schafft eine neue Kirchenordnung und verfasst den Genfer Katechismus. Obwohl Calvin in seiner Lehre die Allmacht Gottes und Bedeutungslosigkeit des menschlichen Willens betont, fördert der Calvinismus in Verbindung mit den strengen Moralvorstellungen Wirtschaft, Handel und Gewerbe.

Calvins Lehre fand in den Folgejahren immer stärkere Verbreitung und gewann zahlreiche Anhänger. Sein umfangreichen Schriften übten in vielen Ländern Europas Einfluss aus. 1559 gründete Calvin die Genfer Akademie, die zur Hochschule des Calvinismus wurde. Doch sein übermäßiger Arbeitseinsatz zerstörte schließlich seine Gesundheit. Nach jahrelanger Krankheit und langem Todeskampf starb Calvin im Alter von 55 Jahren 1564 in Genf. Sein Grab befindet sich auf dem Cimeti?re des Rois im Genfer Stadtteil Plainpalais.

siehe Reformierte Kirche