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Gottesdienst (Judentum)


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Zuerst wird ein Lied, das »Empfang des Sabbat« heißt, gesungen. Der Kantor trägt einen schwarzen Talar, ähnlich wie ein evangelischer Pfarrer. Der Kantor steht mit dem Rücken zur Gemeinde vor dem Toraschrein. Alle Lieder und Gebet sind auf Hebräisch oder Aramäisch. Es wird ein Glaubensbekenntnis gesprochen, das »Sch’ma Israel, adonai elohenu, adonai echod …!« (Dtn 6,4-25, deutsch: »Höre Israel! Der Herr unser Gott, der Herr ist einer …!«) Am Schluss des Sabbat-Gottesdienstes wünschen sich alle »Schabbat schalom!«.

Die orthodoxen oder konservativen Gemeinden sind nur für Männer zugänglich. Ein Gottesdienst kann immer nur dann stattfinden, wenn der Minjan (d. h. die Anzahl von zehn beschnittenen Männern) anwesend ist. Von der Frauenempore aus ist ein Gottesdienst sehr schlecht zu verstehen und zu sehen. Ebenso sind nur dem männlichen Teil der Gottesdienstteilnehmer die Gebete und die Ehrenämter vorbehalten. In Reformgemeinden beginnen sich jedoch auch Frauen immer mehr durchsetzen. Hier sitzen die Frauen nicht von den Männern getrennt und können auch zum Minjan gezählt werden. Teilweise gibt es in diesen Gemeinden auch Rabbinerinnen.

Der Ablauf des Gottesdienstes unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde. Die Wochenlesungen sind in acht Teile aufgeteilt. Ein Gemeindemitglied wird auf die Bima gerufen und muss eine Segensformel sprechen, dann wird der Abschnitt gelesen. Nachdem er den Abschnitt gelesen hat, spricht er nochmals einen Segen. Die erste Person, welche aufgerufen wird, dieses zu tun, ist ein Kohen (Nachfahre Aarons, des Hohepriesters), die zweite Person Levit (Nachfahre des dritten Sohns von Lea und Jakob), die restlichen fallen unter die dritte Kategorie Israeliten. In Israel wird auf der Geburtsurkunde vermerkt, ob man dem Kohen, den Leviten oder den Israeliten angehört.

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