Drusen


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Die Drusen sind eine Glaubensgemeinschaft, die geschichtlich eine Abspaltung von der Schia, hier von der Gruppe der Ismaeliten, darstellt.

Drusen lesen zwar den Koran, weisen aber derartig viele Unterschiede zum Islam in Praxis und Lehre auf, dass sie nicht als Muslime akzeptiert werden und bisweilen Verfolgungen ausgesetzt waren.

Geschichte
Das Drustentum führt sich zurück auf den Gelehrten Al-Hakim (gest./verschwunden(?) um 1021), der sich als Verkörperung Allahs verstanden hat. Er verbreitete seine Lehren insbesondere unter den Schiiten.

Ein besonders eifriger Missionar der Drusen gewann in Ägypten zahlreiche Anhänger: Darazi. Nach ihm sollen die Drusen = Anhänger des Darazi zunächst in Ägypten benannt worden sein.

Im Jahr 1021 soll Al-Hakim bei einem Ausritt verschwunden sein; seine Anhänger deuten sein Verschwinden als „Entrückung“ und glauben an seine Wiederkunft.

Glaubensinhalte
Die Drusen verstehen den Koran nicht wörtlich; sie betreiben eine Auslegung, die nach dem verborgenen Sinn in den Worten sucht (Allegorese).

Unter den Gläubigen gibt es – wie bei anderen Sondergruppen der Region, beispielsweise den Jesiden – die religiös „Unwissenden“ und die „Eingeweihten“.

Zu den Besonderheiten ihrer Lehre zählt u.a. die Vorstellung von der Seelenwanderung.

Verbreitung
Drusen gibt es im Libanon, in syrien und in Israel. Verfolgungen erlitten die Anhänger vor allem in Ägypten.

Halm, H.: Die Shia, Darmstadt 1988, S. 219-223. - Klein, P.: Die Drusen in Israel. Diss. Universität Hannover. Marburg 2001.