Startseite » Nachschlagen » Blut Christi

Blut Christi


CC-BY  Heinz-Jürgen Deuster Nachschlagen

Blut des Menschen (und des Tieres) ist der Grund, Sitz, Voraussetzung des Lebens und sozusagen gleichbedeutend mit Leben. Von daher ist auch das im NT so oft angesprochene Blut Christi zu sehen und zu deuten. Es geht also nicht um das »Blutige« des Todes Jesu, bei dem dieses Blut bis zum letzten Tropfen geflossen ist. Wenn mehr oder weniger in allen Religionen und vorzüglich in den Religionen Israels das Blutopfer und somit das Opferblut eine so unverzichtbare und tiefgreifende Rolle spielte, als Ausgleich für verwirklichtes Leben und Sühneleistung für Sünde, Vergehen und Verbrechen, dann wird verständlich, wieviel symbolischer Gehalt und wieviel wirkliche Kraft im Blut Jesu liegt. Als bester Ausdruck für den Tod Jesu (im Glauben als Tod des Gottesgesalbten, des Christus, erkannt) steht dieses Blut für die Heilsbedeutung dieses Todes und als unüberbietbares Zeichen der hingebenden Liebe. Das freiwilllige Verströmen des Blutes ist ja Hingabe des Lebens, Selbsthingabe, Schenken des eigenen Ich.

Bei den alttestamentlichen Kulthandlungen sollten Vergießen des Blutes der Tiere und Besprengung des Volkes mit Blut Reinigung andeuten und bewirken. Das Opferblut des Lammes Gottes (Bezeichnung Jesu mit dem Gedanken seiner Sühneleistung und seiner Unschuld) ist wesentlich heiliger, ja einmalig und daher wirksamer. In diesem Blut haben wir die Hoffnung zum Eingang in den Himmel (Hebr 10,19), in ihm sind die Heiligen reingewaschen, nachdem sie mit diesem und ihrem eigenen Blut des Teufel besiegt haben. Durch dieses Blut werden die Glaubenden zum Eigentum Gottes und Jesu, denn es ist der kostbarste Preis für unseren Loskauf (siehe 1.Petr 1,19). Dieses Blut schreit nicht mehr um Rache zum Himmel, sondern um Vergebung, seine Hingabe ist nicht erzwungen, sondern frei aus Liebe (dies betonen die Evangelisten, besonders Johannes, immer wieder), sie ist vor allem letzte Konsequenz des vollständigen Gehorsams Jesu dem Vater gegenüber. Erst von daher ergibt sich – fern aller magischen Vorstellung oder Erwartung – die lebenspendende, erlösende Wirkkraft des Blutes Christi. Damit ist es aber auch Grundlage des Neuen Bundes (Mk 14,24, Lk 20,22). Mit seinem Leib und seinem Blut gibt sich der Herr den Seinen zum Gedächtnis (1.Kor 11,26). In diesem Blut (als Malzeichen und in Mahlgemeinschaft) haben wir Brudergemeinschaft mit Jesu, Kindesgemeinschaft mit Gott, dem Vater, und Brüder- und Schwesterngemeinschaft untereinander.
siehe auch Abendmahl