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Auferweckung Jesu


CC-BY  9a Johanneum Homburg Nachschlagen

Auferweckung? Was ist das eigentlich? Vielen Leuten ist nur der Begriff Auferstehung bekannt. Der Begriff Auferstehung drückt aus, dass Jesus durch eigene Kraft auferstanden ist. Doch Auferweckung setzt voraus, dass eine höhere Macht, Gott, eingegriffen hat. Durch Gott fand Jesus die Hilfe den Tod zu überwinden.
So heißt es denn auch bei Paulus: »Christus ist am dritten Tage (durch Gott) vom Tod auferweckt worden.” 1.Kor 15,3-8

Die prinzipielle Grundlage für den Entstehungsprozess der biblischen Zeugnisse stellt der erste Brief des Paulus an die Korinther (56/57n.Chr) dar. Hier wird in Kürze von Tod, Begräbnis und von der Auferweckung Jesu berichtet. Eine Liste aller Zeugen, denen Jesus nach seinem Tod erschienen ist, liegt bei. Die bekanntesten und ausführlichsten Texte zur Auferweckung Jesu finden sich jedoch am Ende der vier Evangelien (siehe Evangelium). Aber auch hier wird die Auferweckung selbst an keiner Stelle detailliert beschrieben, sondern vielmehr gedeutet. Die Evangelien stellen dazu jüngste Zeugnisse (70-100n.Chr) dar. Einzelheiten über die Vorgänge in den Ostertagen mögen sich nur auf Erinnerungen und Aussagen von Zeitgenossen stützen und liefern somit nur unexaktes Belegmaterial.

Die Bild- und Symbolsprache spielt für die Beschreibung der Auferweckung eine bedeutende Rolle. Benutzt wird diese Symbolsprache häufig, wenn Worte zur Beschreibung eines Vorgangs nicht mehr ausreichen:

  • Die Frauen kamen am dritten Tag nach Jesu Tod zum Grab und fanden es leer vor.(Lk 24,1) Dies kann eher nicht als realer Zeitraum gesehen werden. Die Zahl drei ist hier symbolisch zu sehen, da sie die Vollkommenheit und den Anfang darstellt. Jesus hat durch die Auferweckung neues Leben gewonnen und den Tod überwunden.
  • Zum Zeitpunkt, als Jesus starb, sollen gleichzeitig eine Sonnenfinsternis und ein gewaltiges Erdbeben stattgefunden haben. Außerdem soll der Vorhang im Tempel entzwei gerissen sein (Mt 27,51-52). Dies ist jedoch nur ein Bild dafür, dass der Sohn Gottes stirbt.

Die Auferweckung Jesu hatte für die Jünger eine ganz besondere Bedeutung. Sie war der Beweis dafür, dass Jesus Gottes Sohn war und dass sie nie allein sein würden. Jesu Auferweckung weckte auch die Jünger aus ihrer Starre, ihrer Angst und ihrer Verzweiflung. Sie wollten nun Geschichten über das Leben und Sterben Jesu und seiner Überwindung des Todes verbreiten. Der Glaube an die Botschaft »Der gekreuzigte Jesus wurde von Gott auferweckt und lebt« gab ihnen Hoffnung und Freude. Die Jünger hatten keine Angst mehr, denn sie glaubten daran, dass Jesus für sie und ihre Sünden am Kreuz gestorben war. Der Sieg Gottes über den Tod triumphierte letztendlich – damals wie heute – über den scheinbaren Sieg von Fanatismus und politischem Kalkül und gab vielen Menschen wieder neuen Lebensmut. Die Auferweckungsgeschichte wirkte sich auch nachhaltig und weitreichend auf die zukünftige Glaubenshaltung der Christen aus.

So erschien Jesus nach seiner Auferweckung einigen seiner Jünger und überzeugte sie davon, dass er wirklich der Sohn Gottes und der Messias ist. Weil er ihnen jedoch nicht in seiner wirklichen Gestalt erschien, war er für seine Gesprächspartner gleichzeitig vertraut und völlig fremd:

  • Er erschien zwei Jüngern, die nach Hause, nach Emmaus, zurückgingen. Er brach mit ihnen das Brot und erklärte ihnen die Schrift. Daran erkannten sie ihn. (Lk 24,13ff)
  • Er erschien Petrus und zwei weiteren Jüngern, die fischten. Nachdem sie in der Nacht nichts gefangen hatten, sagte er ihnen, sie sollten noch einmal hinaus fahren und ihr Netz an einer bestimmten Stelle auswerfen, um etwas zu fangen. Da erkannten sie ihn. (Joh 21,1-14)
  • Er erschien Maria von Magdala am Grab. (Mk 16,9f)
  • Er erschien dem ungläubigen Thomas, der nicht eher glauben wollte, bis er seine Hände in die Wundmale gelegt habe. (Joh 20,24-31)

siehe Ostern