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Taqiyya (Islam)


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Täuschung bei ungünstigen Machtverhältnissen, zum Schutz der Muslime.

“ Lass uns ins Gesicht mancher Nicht-Muslime lächeln, währenddessen unsere Herzen sie verfluchen.“ Abu-d-Darda’ ( gest. 652 in Damaskus, enger Weggefährte Mohammeds)

Eine weitere Ausführung zur Taqiyya findet sich in der berühmten Exegese (Tafsir) von al-Tabari (gest.923), welche die standardisierte und autoritative Referenz für die gesamte muslimische Welt darstellt:

„Wenn ihr (Muslime) unter der Autorität der Ungläubigen steht und ihr Angst um euch habt, so verhaltet euch ihnen gegenüber mit eurer Zunge loyal währenddessen ihr innere Feindschaft pflegen sollt. … Allah hat den Gläubigen verboten, dass sie anstatt mit ihren Glaubensgenossen mit den Ungläubigen auf vertrauten Fuße stehen und freundschaftliche Beziehungen pflegen – ausgenommen wenn letztere ihnen an Autorität überlegen sind. In einem solchen Fall lasst die Gläubigen freundlich gegenüber den Ungläubigen erscheinen.“
Ändern sich die Machtverhältnisse so gilt Koran Sure 47, Vers 35: “ So werdet nicht matt, und ruft nicht dann zum Friedensschluss, wenn ihr die Überlegenen seid. Allah ist mit euch und lässt euch nicht um eure Werke kommen.“

Bobzin, Hartmut: Der Koran - neu übertragen, Verlag C.H. Beck München 2010.R. Strothmann-Moktar Djebli: Taqiyya. In: Encyclopedia of Islam. Brill. Leiden 2003, S. X:134a-136a