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Max Weber


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Maximilian Carl Emil Weber war ein deutscher Jurist, Nationalökonom und Mitbegründer der Soziologie.

Max Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt als Sohn des Juristen und späteren Abgeordneten der Nationalliberalen Partei Max Weber (sen.) und dessen Frau Helene (geb. Fallenstein) geboren. Zwischen 1882-1886 studierte er in verschiedenen Städten Jura, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte und legte 1889 in Berlin die juristische Promotion ab.

Sein wissenschaftlicher Ruf wird durch eine Studie begründet, die er zwischen 1891 und 1892 im Auftrag des Vereins für Sozialpolitik erstellt. Sie trägt den Titel „Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland“.

1894 wird Max Weber zum Professor für Nationalökonomie an die Universität Freiburg/Breisgau berufen. 1897 wechselt er als Professor für Nationalökonomie an die Universität Heidelberg. Allerdings muss er seine Lehrtätigkeit bald aufgeben, da er psychisch erkrankt.

Ab 1904 wird Max Weber wieder publizistisch tätig. Er veröffentlicht bedeutende Schriften wie „Die ‚Objektivität‘ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis“ und „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Zudem ist er Mitherausgeber des „Archivs für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik“. Außerdem trägt Max Weber maßgeblich zur Konstituierung der Soziologie als eigenständiger wissenschaftlicher Disziplin bei und treibt ihre Professionalisierung voran. Im Jahre 1909 zählt er zu den Mitbegründern der „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“.

1911 beginnt Weber seine religionssoziologischen Studien, in denen er den Zusammenhang von Wirtschaftsform und religiöser Gesinnung untersucht. 1913 beginnt er die Arbeit an seinem Hauptwerk „Wirtschaft und Gesellschaft“, das jedoch erst 1922, nach seinem Tod erscheint.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 war Max Weber Disziplinaroffizier der Lazarettkommission in Heidelberg, wo er allerdings schon 1915 ausschied. Auf den Lauensteiner Tagungen 1917 tritt er für das Durchstehen des Krieges ein, fordert jedoch gleichzeitig die Parlamentarisierung.

Nach kurzer Lehrtätigkeit in Wien wird Max Weber 1919 zum Sachverständigen der deutschen Delegation bei der Friedenskonferenz zum Versailler Vertrag berufen. Im gleichen Jahr nimmt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie an der Universität München an. Hier hält er seinen Vortrag über »Politik als Beruf«, der drei Grundanforderungen an den Politiker stellt:

  • Leidenschaft im Sinne von Sachlichkeit.
  • Verantwortlichkeit im Interesse des Sachanliegens.
  • Augenmaß als notwendige persönliche Distanz zu Dingen und Menschen.

Damit grenzt Max Weber Politik energisch von Lobbyismus, Klientelwirtschaft und eigeninteressengeleiteter Parteinahme ab.

Am 14. Juni 1920 stirbt Max Weber in München.