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Lossprechung (evangelisch)


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lateinisch absolutio von absolvere: lösen

Die Lossprechung ist Teil des katholischen Bußsakraments und der vor allem im Raum der evangelisch-lutherischen Kirchen geübten Beichte.

Mit der Lossprechung wird dem Beichtenden die Vergebung Gottes wirkmächtig zugesagt: Sie ist eine Handlung, die bewirkt, was die Worte der Lossprechung sagen: „Sie beschenkt neu mit dem Heil und mit neuer Freiheit jeden, der auf Gottes Gnade vertraut.“

Beichte und Lossprechung
Auf das Bekenntnis der Sünden hin erfolgt die Zusage der Gnade Gottes, entweder im Gottesdienst (allgemeine Beichte) oder in der Seelsorge (Einzelbeichte).

Vorzug der Absolution in der Einzelbeichte
Martin Luther äußerte sich kritisch gegenüber einer allgemeinen Lossprechung der ganzen Gemeinde, da das Wort der Vergebung durch die versammelten Menschen „dahin fliegt“: In der Einzelbeichte sah der Reformator den Vorteil, dass die Vergebung „auf den Kopf“ zugesprochen werde. Die Lossprechung in der Einzelbeichte entspricht nach Martin Luther besser dem Verständnis des Evangeliums als feste und gewiss machende Zusage.

Gerhard Hennig: Der evangelische Gottesdienst in Württemberg, Stuttgart 1989. - Martin Luther, Der große Katechismus.