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Kastensystem


CC-BY  Heinz-Jürgen Deuster (Erg. I. Koll Dez.2005) Nachschlagen

Das Kastensystem entstammt der Religion des Hinduismus.
Man unterscheidet zwischen den Hauptkasten (Varna) und den Berufskasten (Jati). :
Die vier Varna sind:: Brahmanen/Priester, Kshatriyas/Krieger, Vaishya /Bauern und Shudras/Diener bzw. Arbeiter.
Diese Hauptkasten entsprechen der ursprünglichen Gliederung der Arier, die vor ca. 4000 Jahren nach Indien einwanderten. Die Shudras sind demnach die Nachfahren der damaligen Unfreien oder der durch die Arier unterworfenen Bevölkerung.
Die drei ersten Kasten gelten als »Zweifach Geborene« und somit als religiös vollwertig. Sie dürfen die Veden lesen.

Je nach Bundesstaat unterschiedlich werden diese Varna in insgesamt über 6000 Unterkasten (jati) unterteilt, die ursprünglich Berufsgruppen waren (was vor allem in der Städten längst nicht mehr für alle zutrifft). Bis heute ist die Zugehörigkeit zu einer Jati vor allem auf den Dörfern noch dafür entscheidend, wer mit wem Kontakte hat oder wen man heiraten darf.

Ohne Kastenzugehörigkeit sind die Paria oder Dalit /Unberührbaren (Gegensatz zu den Aria – den Edlen), die durch diese Ordnung ausgegrenzt werden. Ihnen sind die niedrigsten Arbeiten vorbehalten.

Niedere Kasten und Kastenlose werden noch immer nicht voll von der Gesellschaft akzeptiert und leben zumeist in großer Armut.

Man rechnet heute damit, dass 15-20 % der Hindus den 3 höheren Varnas angehören. Etwa die Hälfte aller Hindus gehören zu den Shudras – und etwa 15% sind Dalits.