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Juden und Christen


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Paulus vergleicht im Römerbrief Juden und Christen mit einem Ölbaum, in dessen Stamm Zweige eingepropft sind (siehe Röm 11,17-21). Er ermahnt die Christen, nicht überheblich zu sein gegenüber dem Judentum und verweist die Christen auf ihre Herkunft aus dem Judentum: Die Bibel, die Propheten und Apostel, Jesus selbst kommen aus Israel. Die Überheblichkeit der Christen, von der Paulus spricht, kann im Laufe der Geschichte oft beobachtet werden. Christen stell(t)en sich dar, als ob sie den besseren Glauben haben und weniger rückschrittlich sind.

Deutlich wird dies an symbolischen Darstellungen der beiden Religionen in Form von zwei Frauengestalten: Ecclesia und Synagoge. Die Einstellung, die in diesem Bild gegenüber dem Judentum sichtbar wird, wird als Antijudaismus bezeichnet. Christlicher Antijudaismus war – obwohl keine unmittelbare Ursache – eine Voraussetzung, die den Antisemitismus im 20. Jahrhundert möglich gemacht hat.