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Hinduistische Glaubenspraxis


CC-BY  Heinz-Jürgen Deuster Nachschlagen

Ungefähr 8 von 10 Indern bezeichnen sich als Hindus, doch die Art, in der sie ihre Religion ausüben, ist regional sehr unterschiedlich.

Der Hinduismus ist keine starre, formelle Religion mit festgesetzten Regeln und Glaubensvorstellungen, sondern eine Lebensart, die alle Bereiche eines Hindus beeinflusst, beginnend von der Nahrungszubereitung, dem Schulbesuch bis hin zur Arbeitswelt.

Hindus versuchen ihr Leben nach einem Verhaltenskodex, dem sogenannten Dharma, zu leben. Das bedeutet, seine Pflicht gegenüber der Familie und den Freunden zu erfüllen, den Nachbarn zu helfen, freundlich zu anderen zu sein und die Wahrheit zu sagen.

Zur Glaubensausübung gehören auch das Puja, der hinduistische Gottesdienst aus Gebeten und Opfern. In vielen hinduistischen Wohnungen findet man einen kleinen Schrein oder Hausalter mit Murtis, Statuen und Bildern von Göttern. Sie werden täglich Blumen geschmückt, vor den Götterbildern Räucherkerzen angezündet, Verse aus den heiligen Schriften sowie Gebete gesprochen. Hindus stellen oft auch Ofergaben vor die Götterbilder, zum Beispiel Schälchen mit Früchten oder Süßigkeiten.

Die gleiche Art des Gottesdienstes findet auch in den Tempeln statt. Hier arbeiten Priester aus der Kaste der Brahmanen. Sie rezitieren die heiligen Texte, wechseln die Kleidung der Murtis und stellen die Opfergaben vor ihnen auf. Für Besucher führen sie auf Wunsch auch besondere Rituale durch für erfolgreiche Geschäfte, Nachwuchs oder Heilung von Krankheiten.