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Heiliger Geist


CC-BY  Jörg Fenske / kirchen-abc.de Nachschlagen

Gottes Geist wird in der Bibel die schöpferische lebensspendende Macht genannt. Das Alte Testament erzählt, dass der Geist Gottes auf einzelne Richter, Propheten oder Könige niederkommt, wenn sie in ihr Amt berufen oder für besondere Aufgaben auserwählt werden: Krieg (Saul, David), Befreiung aus Ägypten (Mose), Ausrichtung einer Botschaft Gottes an den König (Jeremia, Amos). Über diese Menschen kommt der Geist Gottes als Macht, die sie in Bewegung setzt und ihnen die für die Aufgabe nötige Vollmacht gibt

In diesem Sinne empfängt auch Jesus die Gabe des Geistes (Mk 1,10-11 Mk 1,22;). Doch wird schon im Alten Testament die Erwartung lebendig, dass in der künftigen Heilszeit der Geist über alle Mitglieder des Gottesvolkes „ausgegossen“ werde (Joel 3,1; Ez 11,19-20; Jes 44,3).

Diese Erwartung hat sich nach dem Zeugnis des Neuen Testamentes (siehe Neues Testament durch das Christusgeschehen für die Christenheit erfüllt. Seit Pfingsten ist der Heilige Geist die Lebensgrundlage der Gemeinde Jesu und aller ihrer getauften Mitglieder (Apg 2,38; Apg 5,32; 1Kor 12,13).

Auch im Neuen Testament können Menschen vom Heiligen Geist ergriffen werden. Sie können dann in Ekstase („Verzückung“) geraten (Apg 7,55), weissagen (Apg 11,28; und 21,10-11), Zungenreden (1Kor 14,2), Dämonen (böse Geister) austreiben und heilen (Apg 8,6-8).

Mit dem Ausdruck Heiliger Geist wird im christlichen Raum die Kraft und Gegenwart Gottes bezeichnet, durch welche ein Mensch von Gott bestimmt, erfüllt und getrieben wird (Röm 8,9-15). Damit wird die Grundlage christlichen Lebens beschrieben: trotz allem Zweifel und Leid im Leben darf sich ein Christ von Gott getragen, gehalten und geführt wissen.

Im Glaubensbekenntnis (Apostolikum) wird der Glaube an den dreieinigen Gott als Gott Vater, Jesus Christus und Heiliger Geist bekannt.

Unübertroffen bleibt Martin Luthers Erklärung zum 3. Artikel des Glaubensbekenntnisses im kleinen Katechismus („Von der Heiligung”): „Ich glaube, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben und zu ihm kommen kann; sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen …; gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet …“.

Neben dem Bild der Feuerflammen in der Pfingstoffenbarung wird in der Bibel für den Geist Gottes auch das Bild der Taube, die vom Himmel kommt, verwendet wie z.B. bei der Taufe Jesu.