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Dreikönigsfest – Bräuche


CC-BY  Jean-Louis Gindt, Patrick Muller Nachschlagen

Bild Die Tradition der Heiligen Drei Könige war seit jeher beim Volk sehr beliebt. Im Laufe der Zeit entstanden viele Volksbräuche:

Dreikönigskuchen
In diesen Kuchen wird eine Hülsenfrucht (oder einer Bohne oder einer kleinen Figur) eingebacken. Der glückliche Finder ist König für einen Tag (fr. la galette des Rois).

Dreikönigssingen
Diesen Brauch gibt es vor allem in deutschsprachigen Ländern. Dabei ziehen Kinder und Jugendliche als Könige verkleidet mit einem Stern singend von Haus zu Haus und sammeln Geld für soziale Werke. Dabei schreiben sie mit gesegneter Kreide folgende Schriftzeichen über die Haustür: 20 C M B 08. Dies ist eine Kombination der Jahreszahl und der Initialen der Königsnamen. Außerdem versteckt sich hier ein Segensspruch: Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus).

Bauernwetterregeln
Es gibt viele Bauernregel zum Dreikönigsfest, wie z. B.: »Heilige Dreikönig sonnig und still, der Winter vor Ostern nicht weichen will«. »Die Heiligen Drei Könige kommen oder gehen im Wasser.“ »An Heilig Dreikönig werden die Tage um einen Hahnenschrei länger.«

Der Stern von Betlehem
Er wird von manchen Astronomen mit einer großen Konjunktion Jupiter und Saturn um die Jahre 7/6 v. Chr. identifiziert. Damit sollte eine neue Epoche beginnen. Diese Deutung hat Gewicht als Reisemotiv der Sterndeuter.

Reliquienverehrung
Nach ihrem Tod sollen die Gebeine der Heiligen Drei Könige zuerst von der Heiligen Helena, der Mutter von Kaiser Konstantin (Anfang 4. Jh.), nach Konstantinopel und von dort nach Mailand gebracht worden sein. Schließlich kamen sie im 12.Jh. nach Köln, wo sie bis heute im Dom in einem kostbaren Reliquienschrein aufbewahrt und verehrt werden. Die Stadt Köln gewann dadurch großes Ansehen, wurde im Mittelalter zu einem der bedeutendsten Pilgerorte der Christenheit und gewann nicht zuletzt dadurch an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung.

Aktualität
Der Weltjugendtag 2005 fand in Köln statt. Er stand in der sehr Tradition der drei Königspilger unter dem Motto: “Wir sind gekommen, Ihn anzubeten“ (Mt 2,2). Bis heute zieht der Kölner Dom mit dem Reliquienschrein Millionen von Pilger an. Die Heiligen Drei Könige werden als Schutzpatrone der Reisenden angerufen.