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Christologische Titel


CC-BY  Eva-Maria Veit Nachschlagen

Für Jesus findet man in der Bibel viele Titel und Ehrenbezeichnungen. Insgesamt werden Jesus im Neuen Testament über 50 Ehrennamen gegeben (siehe Neues Testament, siehe Evangelien). Im Markusevangelium sind kaum Titel genannt. Lediglich ein Titel ist während seinen Lebzeiten zu finden.

  • »Rabbi« bzw. »Rabbuni« ist der einzig erwähnte Titel zu Jesus Lebzeiten. »Rabbi« bedeutet übersetzt »Lehrer«. Diesen Titel besaßen nur Pharisäer und Schriftgelehrte (siehe Soziale Schichten zur Zeit Jesu), die durch Bibelkenntnisse und strenge jüdische Lebensweise überzeugten. Diesen Titel bekam man nicht einfach verliehen, sondern er dieser musste vom Volk als würdig gehalten werden. Jesus überzeugte durch seine jüdische Bildung und seiner einfachen Lebensführung.
  • Kyrios” ist die im Neuen Testament am häufigsten benutzte Anrede für Jesus. Übersetzt heißt dies soviel wie “Herr”. Diese Anrede wurde meist für Herrscher und Könige verwendet. Dieser Titel zeigt, wie hoch Jesus angesehen war. Diese Anrede wurde lediglich von jüdischen Menschen benutzt, um den Gottesnamen nicht auszusprechen.
  • Menschensohn” ist ein Titel, den Jesus im NT oft selbst gebraucht, um von sich zu sprechen.
  • Christus” ist die lateinische und ins Deutsche eingegangene Form des griechischen Wortes »Christós«, dieses ist wiederum eine Übersetzung des hebräischen Wortes maschiah. Übersetzt wir dies als “Messias” was soviel wie »der Gesalbte« heißt. Ihn erwartete das Frühjudentum als Heilskönig und Befreier Israels in der Endzeit. Damals wurden Könige in Israel vor ihrer Krönung gesalbt (z. B. David). (siehe Gesalbter)
  • Der Titel “Sohn Gottes” ist auf Erlebnisse mit Jesus zurück zu führen. Durch diesen Titel wird in der Bibel die Beziehung zu Gott beschrieben. Damit ist nicht der biologische Sohn gemeint, sondern die Erwählung Jesus als Gottes Beauftragten. Bei den Aposteln und in den Evangelien ist zu lesen, dass alle gläubigen Menschen »Söhne« und »Töchter Gottes« seien. Auch zahlreiche orientalische Könige und Herrscher wurden in der Antike als »Söhne Gottes«(z. B. »Sohn des Re«) bezeichnet.

Im Judentum wird Jesus lediglich als »Rabbi« anerkannt. Es wurde ihm weder der Titel »Messias«, »Gottes Sohn« noch »Herr« zugestanden. Jesus war eine menschliche Person, die die Lehren des Vaters verbreiten sollte.

Quellen:

  • Peter Kliemann: Glauben ist menschlich, Stuttgart 2001, S. 125-130
  • Bettina Lukaszyk, Ulrich Reh, Elfi Zimmer: Lernzirkel Jesus der Nazarener, Speyer 1999, S. 95-106