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Bausoldaten


CC-BY  Mario Reinhardt Nachschlagen

Bausoldat Wichtig vor dem Spind, Prora 1987 CC-BY-SA-4.0 Mathias Tietke

Nach Errichtung der Mauer wurde im Januar 1962 in der DDR die Wehrpflicht eingeführt. Die Möglichkeit eines Zivildienstes gab es nicht. Trotz angedrohter Haftstrafen verweigerten daraufhin eine Anzahl vorwiegend christlicher junger Männer den Wehrdienst. Viele Verweigerer (darunter auch zahlreiche Zeugen Jehovas) wurden inhaftiert, andere vorerst willkürlich nicht einberufen.
Staatschef Walter Ulbricht war damals an einem besseren Verhältnis zwischen Staat und Kirche gelegen. Deshalb kam es 1964 zu einem Kompromiss: dem soldatischen Dienst ohne Waffe, ohne Beförderung und ohne Fahneneid. Äußeres Kennzeichen dieser Soldaten war ein goldener Spaten auf den Schulterstücken. Deswegen wurden die Bausoldaten im Volksmund auch „Spatentruppe“ oder „Spatensoldaten“ genannt.

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