Startseite » Nachschlagen » Gott (Islam)

Gott (Islam)


CC-BY  Francesco Ficicchia Nachschlagen

Gott (arab. Allâh) ist das höchste Wesen, Schöpfer, Erhalter und Richter des Universums. Die christliche Dreieinigslehre (Gottvater, Sohn und Heiliger Geist) (siehe Trinität) wird im Islam mit Entschiedenheit als »Beigesellung« (shirk) zurückgewiesen. Der Qur’ân (Koran) bezeugt die Einheit Gottes (tauhîd) mit dem ebenso eindrücklichen wie lapidaren Bekenntnis: »Es gibt keinen Gott außer Gott« (lâ ilâha illa-lâh). Eine genauere Definition Gottes ist nach menschlichem Vermögen nicht möglich, da der Qur’ân ausdrücklich betont, dass kein Wesen ihm gleich ist (S?ra 42:11, 112:4). Die Bezeugung der uneingeschränkten und kompromisslosen Einzigartigkeit, Einheit, Erhabenheit und Allmacht Gottes ist das zentrale Stück der islamischen Botschaft.

Nach dem Qur’ân besteht alles durch Gottes weise Vorausschau (siehe Schicksal (Islam)). Eine Eigenschaft Gottes ist auch die des Richters im Jenseits. Er vergibt und bestraft wen er will (S?ra 3:130, 5:41). Dennoch wird Gott auch als Inbegriff der Barmherzigkeit (rahma) aufgefasst, was zu Beginn einer jeden Qur’ân-S?re (mit Ausnahme von S?ra 9) mit der Formel: »Im Namen Gottes, des barmherzigen Allerbarmers« (bismi’llâhi’r-Rahmâni’r-Rahîm) zum Ausdruck gebracht wird. So treten neben dem Bekenntnis der Einheit und Einzigartigkeit Gottes zwei weitere Begriffe in den Vordergrund: die Gerechtigkeit und Barmherzigkeit des Allmächtigen.

Der Islam verficht mit seiner Lehre der Einheit und Unteilbarkeit Gottes den konsequentesten Monotheismus (Eingottlehre), weshalb über Gott letztlich nichts ausgesagt werden kann, womit sich übrigens auch seine bildliche Darstellung streng verbietet. Die christliche Vorstellung der Fleischwerdung Gottes (Inkarnation) und des unmittelbaren Eingriffs des Göttlichen in das Heilsgeschehen (Erlösungswerk) in und durch Jesus Christus, ist für den Muslim nicht nachvollziehbar. Völlig abwegig ist ihm auch die Vorstellung, dass Gott es hätte zulassen können, seinen eigenen Sohn (Jesus) für die Erlösung der Menschen dem schmachvollen Kreuzestod (siehe Kreuzigung) zu opfern.