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Chinesische Religionen


CC-BY  Heinz-Jürgen Deuster Nachschlagen

Die chinesischen Religion ist kein geschlossenes Glaubenssystem wie der Islam oder das Christentum. Sie setzt sich aus verschiedenen Philosophien und Religionen zusammen, die nebeneinander praktiziert werden. Vier davon sind besonders wichtig – der Taoismus, der Konfuzianismus, der Buddhismus und die Volksreligionen. Die ersten drei sind als San-chiao oder als die »drei Wege« bekannt. Chinesen fühlen sich nicht verpflichtet, eine Religion der anderen vorzuziehen. Die Einflüsse aller vier Traditionen machen sich oft in ihren Glaubensausübungen bemerkbar. Laotse, Konfuzius und Buddha lebten ungefähr zur selben Zeit. Während Buddha seine Lehren in Indien verkündete, entstanden der Konfuizianismus und der Taoismus in China. Der Buddhismus kam im 1. Jahrhundert n.Chr. nach China, wo er die Entwicklung der beiden anderen Philosophien beeinflusste.
Die Volksreligion schließt in China die Anbetung von vielen Göttern und Geistern ein, die verschiedenen Mythen und Legenden entnommen sind. Sie beeinflussen alle Aspekte der Natur und des alltäglichen Lebens. Zur Erinnerung an sie finden farbenprächtige Feste statt, an denen die gesamte Gemeinde teilnimmt. Wesentliche Elemente sind die Totenehrung und der Ahnenkult. Komplizierte Bestattungsrituale sollen dafür sorgen, dass die Seele der Verstorbenen in den Himmel kommt und nicht als Geist weiterlebt.